Build a better Book - Geschichten erlebbar machen: Kinder entdecken 3D‑Druck und Inklusion
- vor 5 Stunden
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Spielerisch lernen, wie Sachen entstehen
In diesem außerschulischen Projekt werden Kinder im Alter von 8–11 Jahren spielerisch in die Welt der digitalen Medien, der Konstruktion und des 3D‑Drucks eingeführt. Statt nur zu lesen oder zu zeichnen, erleben sie selbst, was alles nötig ist, um ein Objekt herzustellen – von der ersten Skizze bis zum fertig gedruckten Gegenstand. Die Kinder lernen, wie sie eine Idee in den 3D‑Raum übertragen, ein Modell planen und anschließend mit einem 3D‑Drucker realisieren. Gleichzeitig schärfen sie ihr räumliches Denken und erkennen, wie Konstruktionen in der Software mit der realen Welt verbunden sind.
Kreativität trifft Inklusion
Der Workshop verbindet kreatives Gestalten mit einem sehr bewussten Blick auf Barrierefreiheit. In zwei Varianten können die Kinder arbeiten: Entweder entwickeln sie plastische Figuren zu einer Schlüsselszene aus einem Buch, das sie gemeinsam in der Schule gelesen haben, oder sie erfinden selbst eine Kurzgeschichte und kreieren passende Figuren. In beiden Fällen „erzählen“ die Kinder die Geschichte mit den gedruckten Figuren – sie werden begreifbar, erfühlbar und dadurch ebenfalls für seheingeschränkte Menschen zugänglich. So wird die Geschichte nicht nur gehört oder gelesen, sondern haptisch erlebt.
Technik verstehen, ohne Vorkenntnisse
Die verwendeten Methoden sind bewusst niedrigschwellig gestaltet: Die Kinder nutzen einfache, frei verfügbare CAD‑Programme wie TinkerCAD, mit denen sie kreativ und eigenständig gestalten. So können sie auch ohne vorherige Erfahrung schnell eigene Ideen umsetzen. Parallel dazu bauen sie ein technisches Verständnis für 3D‑Druck auf – von der Grundidee des schichtweisen Aufbaus über die Bedeutung von Wandstärken und Stabilität bis hin zur Funktion eines Druckers. Die Kinder lernen, dass Technik nicht nur „Code“ oder „Maschine“ ist, sondern Werkzeug, um Geschichten zu erzählen und anderen Menschen zu helfen.
Lernen für alle – auch für Lehrkräfte
Für die begleitenden Lehrkräfte ist der Workshop ebenso eine spannende Lerngelegenheit. Sie erleben neue, praxisorientierte Methoden, wie digitale Medien und 3D‑Druck in Bildungsangebote integriert werden können. Die hohe Anschlussfähigkeit der eingesetzten Tools ermöglicht es, die gelernten Ansätze auch nach dem Projekttag in Schulen, Bibliotheken oder anderen Bildungseinrichtungen weiterzuverfolgen – ohne große finanzielle oder technische Hürden. So kann der Workshop ein Impuls sein, um 3D‑Druck und inklusive Medienarbeit dauerhaft in den Alltag zu überführen.
Ein Programm mit Sinn und Perspektive
Das Projekt ist an das internationale Programm „Build a Better Book“ angelehnt und orientiert sich an der Praxis von Dr. Tamara O’Callaghan (NKU) sowie der gemeinnützigen Organisation Clovernook, die inklusive Lehrbücher für seheingeschränkte Kinder in Ost‑Afrika entwickelt. Wie dort Miniatur‑Rollstühle, Obst oder ein zu öffnendes Ei mit Küken zum Einsatz kommen, um Geschichten erfahrbar zu machen, so lernen auch die Kinder in Stralsund und Vorpommern Rügen, wie kleine, gedruckte Objekte große Bedeutung erhalten können. Ob im Rahmen eines einzelnen Projekttags oder über mehrere Workshops – das Angebot bietet vielfältige Möglichkeiten, um Kreativität, Technikverständnis und Empathie miteinander zu verbinden und Bildung für alle erlebbar zu machen. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Digitalen Innovationszentrum Neubrandenburg durchgeführt.
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