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Wenn Präventionsarbeit digital wird

  • vor 10 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Gemeinsam neue Wege für Aufklärung schaffen



Präventionsarbeit lebt vom Austausch. Sie soll informieren, sensibilisieren und Menschen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Damit das gelingt, müssen sich auch die Methoden weiterentwickeln. Genau darüber haben wir in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Chamäleon Stralsund gGmbH gesprochen.


Das Präventionsteam des Vereins, bestehend aus Simon Junghans, Robin Jachmann und Ulrike Vogel, ist im gesamten Landkreis Vorpommern Rügen unterwegs. In Schulen, Berufsschulen und der Erwachsenenbildung vermitteln sie Wissen zu Themen wie Sucht, Medienkompetenz, Mobbing, Sexualität, Verhütung, sexuell übertragbare Infektionen, Pornografie, sexuelle Gewalt und Sexting.


Seit vielen Jahren arbeitet das Team erfolgreich mit analogen Methoden wie Magnettafeln, Moderationskarten oder Plakaten. Gleichzeitig verändert sich die technische Ausstattung an Schulen spürbar. Smartboards gehören heute in vielen Klassenräumen zum Alltag und immer mehr Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Tablets. Daraus entstand die Frage, wie sich bewährte Präventionsangebote sinnvoll in digitale Formate übertragen lassen.


Gemeinsam haben wir verschiedene Ansätze betrachtet und überlegt, welche digitalen Werkzeuge die Arbeit des Präventionsteams künftig unterstützen könnten. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Digitalisierung um ihrer selbst willen. Ziel ist es vielmehr, bestehende Methoden sinnvoll zu ergänzen und die Workshops interaktiver zu gestalten.


Ein Ansatz sind digitale Präsentationen, die Inhalte Schritt für Schritt sichtbar machen und flexibel an unterschiedliche Zielgruppen angepasst werden können. Moderne KI Anwendungen können bereits heute bei der Erstellung von Präsentationen, Bildern oder kurzen Erklärvideos unterstützen und so die Vorbereitung erleichtern.


Auch interaktive Elemente bieten großes Potenzial. Digitale Quizze, anonyme Abstimmungen oder grafische Umfragen ermöglichen es den Teilnehmenden, sich aktiv einzubringen. Gerade bei sensiblen Themen fällt es vielen leichter, ihre Meinung oder Einschätzung anonym über ein Tablet oder Smartphone abzugeben. Gleichzeitig können Ergebnisse dokumentiert und für die spätere Auswertung genutzt werden.



Neben interaktiven Präsentationen wurden auch weitere digitale Möglichkeiten vorgestellt. Dazu gehörten unter anderem Anwendungen aus den Bereichen Augmented Reality sowie 3D Modelle, die sich grundsätzlich für die Vermittlung komplexer Inhalte eignen.

Gemeinsam wurden verschiedene Ansätze betrachtet und hinsichtlich ihres praktischen Einsatzes im Präventionsalltag diskutiert. Dabei zeigte sich, dass nicht jede technische Lösung gleichermaßen geeignet ist. Im Mittelpunkt stand deshalb vor allem die Frage, welche digitalen Werkzeuge einen echten Mehrwert für die Arbeit des Präventionsteams bieten und sich im Alltag sinnvoll einsetzen lassen.


Darüber hinaus wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, Inhalte spielerisch zu vermitteln. Digitale Memorys, Escape Räume oder interaktive Aufgaben können helfen, Wissen abwechslungsreich zu vermitteln und die Aufmerksamkeit über den gesamten Workshop hinweg aufrechtzuerhalten.


Ein weiterer Aspekt war die Barrierefreiheit. Künftig könnten Inhalte zusätzlich in leichter Sprache oder in anderen Sprachen angeboten werden. KI gestützte Übersetzungen eröffnen hier neue Möglichkeiten, um möglichst viele Menschen zu erreichen.


Neben den pädagogischen Ideen spielte auch die technische Umsetzung eine wichtige Rolle. Welche Anwendungen funktionieren zuverlässig an Smartboards? Welche Programme eignen sich für den Einsatz mit Tablets? Wie können mehrere Personen gleichzeitig auf Inhalte zugreifen? Und welche Lösungen funktionieren auch dann, wenn vor Ort keine stabile Internetverbindung vorhanden ist? Diese Fragen werden den weiteren Entwicklungsprozess begleiten.


Schnell wurde deutlich, dass die technische Umsetzung eines solchen Vorhabens Zeit, Fachwissen und finanzielle Ressourcen erfordert. Gemeinsam haben wir verschiedene digitale Werkzeuge, Anwendungsmöglichkeiten und erste Lösungsansätze betrachtet sowie über Fördermöglichkeiten und potenzielle Kooperationspartner gesprochen.


Mit den gesammelten Ideen und Impulsen verfügt das Präventionsteam nun über eine Grundlage, auf der die Digitalisierung der bestehenden Präventionsangebote weiterentwickelt werden kann. Die konkrete Umsetzung liegt nun in den Händen der Chamäleon Stralsund gGmbH.


Für uns im MakerPort war der Austausch ein spannendes Beispiel dafür, wie Digitalisierung auch im Bildungs und Präventionsbereich neue Möglichkeiten eröffnen kann. Nicht jede Innovation beginnt mit einer neuen Software oder einem fertigen Produkt. Oft entsteht sie zunächst durch den gemeinsamen Blick auf bestehende Herausforderungen und die Suche nach passenden Lösungsansätzen.


Wir wünschen dem Team der Chamäleon Stralsund gGmbH viel Erfolg bei den nächsten Schritten und sind gespannt, wie sich die entwickelten Ideen künftig in der Praxis wiederfinden werden.

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