Vom Alltagsproblem zur Gründung eines Start-Ups
- 25. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Was passiert, wenn aus einem alltäglichen Problem eine durchdachte Produktidee entsteht und daraus Schritt für Schritt ein erfolgreiches Unternehmen wächst? Die Geschichte von fredis Kinderdusche zeigt genau diesen Weg. Sie beginnt nicht mit einem großen Businessplan, sondern mit einer ganz einfachen Beobachtung im Familienalltag. Und sie führt über die Gründungsberatung im MakerPort hin zu einer Marke, die heute tausende Familien erreicht und den Alltag im Badezimmer spürbar erleichtert. In den vergangenen Jahren haben die Gründer Astrid Förster und Rico Priewe verschiedene Phasen durchlaufen und wertvolle Learnings sammeln können.

Die Idee: Ein Problem, das viele Eltern kennen
Duschen und Haarewaschen mit Kindern gehört für viele Eltern zu den herausforderndsten Momenten des Tages. Tränen, Diskussionen und Stress gehören für viele Familien zum Alltag, da Kinder Wasser auf dem Kopf nicht mögen. Genau hier setzt die Idee von fredis an: Warum gibt es eigentlich keine kindgerechte Lösung, die genau auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten ist?
Die Antwort darauf war die Entwicklung einer Kinderdusche auf Augenhöhe, ein Produkt, das Kindern ermöglicht, selbstständig zu duschen und dabei Sicherheit und Kontrolle zu erleben. Der Gedanke dahinter: Wenn Kinder aktiv eingebunden werden, entsteht weniger Widerstand und mehr Freude. Was zunächst wie eine kleine Anpassung wirkt, hat im Alltag vieler Familien eine große Wirkung.
Der erste Schritt: Von der Idee zur Struktur
Doch eine gute Idee allein reicht nicht aus. Der entscheidende Schritt ist, daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Genau hier gaben die Gründungsberatung im MakerPort und die Teilnahme am Accelerator digitales MV wichtige Impulse.
Gemeinsam wurden zentrale Fragen geklärt: Wer ist die genaue Zielgruppe? Welches Problem wird wirklich gelöst? Welche Marketingmaßnahmen sind zielführend? Zudem ist dadurch die regionale Vernetzung mit Gründerinnen in der Region entstanden.
Meilenstein: Die Höhle der Löwen
Ein großer Meilenstein auf dem Weg von fredis war 2024 die Teilnahme an der TV-Show “Die Höhle der Löwen”. Der Auftritt bedeutete nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch die Chance, das Produkt einem breiten Publikum vorzustellen. Mit einer klaren Botschaft und einem starken Problem-Lösungs-Fit konnte das Team überzeugen und einen Deal sichern. Der Pitch zeigte nicht nur das Produkt, sondern auch die Vision dahinter: den Alltag von Familien einfacher und entspannter zu machen. Die Folge war mehr Bekanntheit als auch im Vertrauen in die Marke.

Wachstum: Vom Produkt zur Marke
Die größte Herausforderung für fredis war nachhaltiges Wachstum. Dabei ging es nicht nur darum, mehr Produkte zu verkaufen, sondern die Marke gezielt weiterzuentwickeln und das Sortiment entsprechend zu erweitern. Ziel der Gründer ist es, eine komplette Kinder-Welt fürs Badezimmer zu kreieren.
fredis baute ein Netzwerk aus Kooperationen auf, das weit über den eigenen Onlineshop hinausgeht. Dazu gehören unter anderem:
Schwimmbäder, die das Produkt im Alltag einsetzen
Kinderhotels, die ihren Gästen einen zusätzlichen Mehrwert bieten
Schwimmschulen, die die Selbstständigkeit von Kindern fördern
Influencer, die das Produkt authentisch in ihren Familienalltag integrieren
So wurde aus einem einzelnen Produkt Schritt für Schritt eine Marke mit klarer Positionierung und wachsender Reichweite.
Anerkennung: Gewinn des OZ Existenzgründerpreises
Ein weiterer wichtiger Meilenstein war 2025 die Auszeichnung mit dem OZ Existenzgründerpreis. Diese Anerkennung steht nicht nur für wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch für unternehmerischen Mut, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, eine Idee konsequent weiterzuentwickeln.
Heute: Ein Start-Up auf eigenen Beinen
Heute steht fredis auf einem stabilen Fundament. Das Unternehmen hat sich von einer Idee zu einer etablierten Marke entwickelt, die im Alltag vieler Familien angekommen ist. Dabei bleibt der ursprüngliche Anspruch erhalten: Produkte zu entwickeln, die echten Mehrwert bieten und den Alltag für Familien einfacher machen. Die Kombination aus Funktionalität, Design und Nutzerorientierung bildet dabei weiterhin den Kern der Marke. Zukünftig soll auch das Ausland erobert werden
Die wichtigsten Learnings
Wenn Asti und Rico heute auf ihre Reise zurückblicken, gibt es vor allem eine Erkenntnis, die sie immer wieder teilen: Einfach anfangen. Viele Ideen scheitern nicht an der Idee selbst, sondern daran, dass sie zu lange durchdacht und nie umgesetzt werden. Natürlich ist Planung wichtig, aber nicht bis ins letzte Detail. Denn in der Realität kommt es ohnehin oft anders als gedacht. Der entscheidende Unterschied entsteht im Tun. Gleichzeitig lohnt es sich, bei wichtigen Entscheidungen nicht alles allein lösen zu wollen. Sich gezielt Unterstützung zu holen, sei es durch Gründungsberatung, Austausch mit anderen Gründer:innen oder erfahrene Sparringspartner, kann den Weg deutlich klarer und schneller machen.
Und: Fehler gehören dazu. Nicht als Rückschlag, sondern als Teil des Prozesses. Jede Herausforderung, jede falsche Entscheidung und jede unerwartete Wendung bringt neue Erkenntnisse. Genau daraus entsteht Weiterentwicklung, persönlich wie unternehmerisch. Was dabei hilft: den Blick nach vorne richten. Sich nicht zu lange mit dem beschäftigen, was nicht funktioniert hat, sondern den Fokus darauf legen, was als Nächstes möglich ist.
Blick in die Zukunft
Der Fokus liegt klar darauf, das, was bisher aufgebaut wurde, gezielt weiterzuentwickeln und auf das nächste Level zu bringen. Ein zentraler Hebel ist der Ausbau des Produktportfolios. Die Kinderdusche war der Start, doch rund um das Thema „entspanntes Badezimmer für Familien“ gibt es noch viele weitere Möglichkeiten. Neue Produkte sollen den Alltag von Eltern und Kindern noch einfacher machen und sinnvoll an das bestehende Konzept anschließen. In diesem Zuge plant das Team eine Crowdfunding-Kampagne, um ein neues Produkt gemeinsam mit der Community auf den Markt zu bringen. Ziel ist es, früh Feedback einzubinden, Nachfrage zu validieren und gleichzeitig eine starke Basis für den Produktlaunch zu schaffen. Die Community wird dabei aktiv Teil der Entwicklung, von der Idee bis zum fertigen Produkt. Parallel dazu rückt das Thema Internationalisierung immer stärker in den Fokus. Die Nachfrage zeigt bereits: Das Problem, das fredis löst, ist kein rein deutscher Markt. Ziel ist es, die Marke Schritt für Schritt auch im Ausland zu etablieren und neue Märkte zu erschließen.
Ein spannender Weg, der noch lange nicht zu Ende ist, wir bleiben dran und verfolgen die weitere Entwicklung von fredis gespannt.
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