Build – code – play
MINKT verbindet: Lernen, ausprobieren und weitergeben
Wie können junge Menschen ohne akademischen Abschluss für MINT-Themen begeistert und gleichzeitig dazu befähigt werden, ihr Wissen an Kinder und Jugendliche weiterzugeben?
Genau hier setzte das internationale Projekt mit Teilnehmenden aus Deutschland und Tansania an. Im Mittelpunkt standen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Kunst und Technik – kurz: MINKT – und die Idee, dass Lernen besonders dann nachhaltig wirkt, wenn man Dinge selbst ausprobiert.

Von der Idee zur eigenen Umsetzung
Ausgangspunkt des Projekts war ein gemeinsamer Bedarf: In außerschulischen Bildungskontexten fehlen häufig niedrigschwellige und praxisnahe Zugänge zu technischen und naturwissenschaftlichen Themen. Gleichzeitig gibt es großes Interesse daran, Kinder und Jugendliche für diese Bereiche zu begeistern.
Die Lösung: Nicht fertige Bildungsangebote sollten im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen, die sie später selbst umsetzen.
Die Teilnehmenden wurden zunächst selbst zu Lernenden. In Workshops beschäftigten sie sich unter anderem mit Programmieren, Robotik, Elektronik, Chemie und Biologie. Dabei arbeiteten sie mit Tools und Materialien wie MaKey MaKey, Scratch, Ozobots, LEGO Boost und Fischertechnik.
Der Ansatz war dabei immer derselbe: ausprobieren, tüfteln, Fehler machen, gemeinsam Lösungen finden und anschließend selbst erklären können.
MINKT trifft interkulturellen Austausch
Ein zentraler Bestandteil war die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und tansanischen Teilnehmenden. Bereits vor der Reise gab es digitale Treffen, in denen kulturelle Unterschiede, Kommunikationsstile und eigene Vorstellungen voneinander thematisiert wurden.
In Tansania wurde das Gelernte dann direkt praktisch eingesetzt. In internationalen Teams entwickelten die Teilnehmenden Angebote für Grundschulkinder in Dar es Salaam. Auf dem Programm standen unter anderem Bechertelefone, „Elefantenzahnpasta“ und Experimente mit Sensoren zur Pflanzenbewässerung.
So wurde aus dem eigenen Lernen unmittelbar ein gemeinsames Bildungserlebnis.
Aus Lernenden werden Multiplikator:innen
Nach der Rückkehr nach Deutschland ging das Projekt weiter. Die Teilnehmenden entwickelten eigene Workshop-Konzepte und setzten diese in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Stralsund und Umgebung um, unter anderem in Ferienangeboten.
Dabei ging es nicht mehr darum, dass jemand ihnen Schritt für Schritt erklärt, was zu tun ist. Sie übernahmen selbst die Planung, Durchführung und Reflexion ihrer Angebote.
Kinder und Jugendliche experimentierten mit Ozobots, LEDs, LEGO Boost und Fischertechnik – und die jungen Erwachsenen erlebten, dass sie ihr neu erworbenes Wissen tatsächlich weitergeben können.
Genau darin lag ein zentraler Mehrwert des Projekts: Die Teilnehmenden wurden nicht nur geschult, sondern zu Multiplikator:innen. Sie konnten MINKT-Inhalte in ihre eigenen Bildungs- und Arbeitskontexte mitnehmen und dort weiterwirken lassen.
Was hat das Projekt bewirkt?
Die Evaluation zeigt, dass die zentralen Ziele erreicht wurden. Die Teilnehmenden erweiterten ihre digitalen, technischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen und entwickelten mehr Sicherheit darin, Bildungsangebote selbstständig zu planen und durchzuführen.
Gleichzeitig wurde deutlich: MINKT-Bildung ist weit mehr als die Vermittlung technischer Fähigkeiten. Beim gemeinsamen Tüfteln werden Kreativität, Problemlösefähigkeit, Teamarbeit und Selbstwirksamkeit gefördert.
Besonders wertvoll war dabei der praktische Ansatz. Wer selbst einen Roboter programmiert, einen Stromkreis baut oder ein Experiment durchführt, kann später auch anderen leichter vermitteln, dass Technik und Naturwissenschaften nicht kompliziert oder „nur etwas für Profis“ sein müssen.
Nachhaltigkeit von Anfang an mitgedacht
Nachhaltigkeit war nicht nur ein Thema einzelner Workshops, sondern wurde bei der Projektplanung auf mehreren Ebenen berücksichtigt.
So wurden möglichst lokale Materialien und Infrastruktur genutzt, Ressourcen bewusst eingesetzt und auf zusätzliche, kostenintensive Reisen verzichtet. Auch ökologische Themen wie Recycling und Ressourcenschonung flossen in die Bildungsangebote ein.
Vor allem aber sollte soziale Nachhaltigkeit entstehen: Junge Menschen erhielten neue Kompetenzen und mehr Selbstvertrauen für ihre pädagogische Arbeit. Ihr Wissen sollte nicht mit dem Projekt enden, sondern über sie in weitere Einrichtungen und Bildungsangebote getragen werden.
Was bleibt?
Das Projekt hat gezeigt, wie gut internationale Begegnung, MINKT-Bildung und außerschulisches Lernen miteinander verbunden werden können.
Gleichzeitig wurden auch Herausforderungen sichtbar. Die Zusammenarbeit erforderte teilweise mehr Moderation und Unterstützung als ursprünglich geplant. Besonders bei der selbstständigen Projektplanung und Aufgabenverteilung zeigten sich unterschiedliche Voraussetzungen und Erwartungen.
Für zukünftige Projekte bedeutet das: mehr Zeit für Vorbereitung, klare Verantwortlichkeiten, regelmäßiges Feedback und eine intensivere Begleitung nach der Begegnung.
Das wichtigste Learning bleibt jedoch: Wer selbst erlebt, wie viel Spaß es machen kann, zu forschen, zu bauen und Lösungen zu entwickeln, kann diese Begeisterung weitergeben.
Genau hier setzt der Multiplikator:innen-Ansatz an – und macht aus einem internationalen Austausch nicht nur eine gemeinsame Erfahrung, sondern einen Impuls, der auch nach dem Projekt weiterwirken kann.
Dieses Projekt wurde gefördert von:
NUE Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung
MakerPort Stralsund
Landkreis Vorpommern Rügen
ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
Mehr Infos zum Projekt findet ihr beim Medienwerkstatt Identity Films e.V:
Und hier geht's weiter zu unseren anderen Kooperationspartnern:
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